FAQ

Was wollen wir erreichen?

Den Düsseldorfer Wohnungsmarkt besser kennenlernen und verstehen und so auch mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt schaffen. Viel wird geredet über die Knappheit von Wohnraum, darüber, wie schwer es ist, in der wachsenden Stadt Düsseldorf überhaupt noch eine bezahlbare Wohnung zu finden und dass davon nicht nur Geringverdiener betroffen sind, sondern inzwischen auch die Mittelschicht - junge Familien, die sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten können. Wir wollen diskutieren, warum Düsseldorf in dieser Lage ist und welche Lösungsansätze es gibt.

Dazu müssen wir im ersten Schritt zunächst einen Überblick über den Wohnungsmarkt in der Stadt bekommen, um etwa Fragen nach steigenden Mieten gut beantworten zu können. Dieser Überblick aber ist schwer zu bekommen. Denn oft ist gar nicht bekannt, wem Mietshäuser und -wohnungen in der Stadt gehören. Mieter kennen den wahren Eigentümer ihrer Wohnung nicht. Von der Intransparenz profitieren Firmen, die mit Wohnungen handeln oder Mieter ausnutzen.

Wir wollen recherchieren, ob fragwürdige Unternehmen und Investoren Geschäfte mit dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt machen. Oder ob im Einzelfall sogar Immobilienkäufe zur Geldwäsche genutzt werden. Mit unseren Recherchen können wir prüfen, ob sich Investoren an die Vorgabe halten, Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen anzubieten.

Wir wollen mit unserer Recherche zudem die Frage aufwerfen, ob die Geheimhaltung der Grundbücher noch zeitgemäß ist. Die Grundbücher der Städte und Gemeinden in Deutschland sind nicht vernetzt, nur wenige Menschen haben Zugang. Das nützt Firmen, die Geschäfte verschleiern wollen.

Wir sind überzeugt, dass Transparenz den Bürgern hilft, die Stadt mitzugestalten. Wenn wir wissen, wie der Wohnungsmarkt funktioniert, können Bürger besser mit der Politik diskutieren und Strategien erarbeiten, wie Wohnen in Düsseldorf - und letztlich in allen Städten in Deutschland - wieder günstiger wird.

Wie wollen wir das erreichen?

Wir gehen einen neuen Weg gemeinsam mit Ihnen - den Mietern. Denn Sie kennen Ihren Eigentümer oder haben das Recht darauf, zu erfahren, wer das ist. Dazu nutzen wir die Plattform CrowdNewsroom, mit der das Recherchezentrum Correctiv bereits erfolgreich bei mehreren Projekten gearbeitet hat. In Hamburg recherchierten die Mieter beispielsweise bereits bei dem Projekt “Wem gehört Hamburg?” über den CrowdNewsroom zum Wohnungsmarkt in der Hansestadt. Interessierte Bürger konnten so journalistische Methoden kennenlernen und gleichzeitig bei großen Recherchen helfen, die mit einem kleinen Team nicht umsetzbar wären.

Konkret bedeutet das: Im CrowdNewsroom konnten sich die Hamburger an der Recherche beteiligen, indem sie Informationen aus ihrem Mietvertrag auf der Plattform hochluden, die dann von den Journalisten von Correctiv verifiziert wurden. Anschließend werteten die Journalisten die Daten aus, recherchierten zu Hintergründen von fragwürdigen Eigentümern und veröffentlichen Geschichten zum Wohnungsmarkt, die für die Öffentlichkeit relevant sind.

Genau das haben die Rheinische Post und Correctiv auch in Düsseldorf vor: Zusammen mit Ihnen, den Mietern, bilden wir ein Team, um gemeinsam unser Ziel - mehr Transparenz auf dem Wohnungsmarkt - zu erreichen.

Warum betrifft diese Recherche die Mieter?

Weil sie oft nicht wissen, wer der wahre Eigentümer ihrer Wohnung ist. Der Immobilienmarkt ist in Deutschland intransparenter als in vielen anderen Ländern Europas. So muss der Eigentümer einer Wohnung nicht unbedingt im Mietvertrag aufgeführt sein. Viele Mieter schließen zum Beispiel ihren Vertrag mit einer Hausverwaltung ab. Kommt es zu Problemen, ist es für sie oft schwer, den wahren Eigentümer zu erreichen.

Große Investoren drängen zunehmend auf den Markt und handeln mit Wohnungen. Sie versprechen ihren Anlegern hohe Renditen. Diese müssen sie auch durch höhere Mieten erzielen. Düsseldorf zählt für Investoren zu den lukrativsten Städten in Deutschland. Im Ballungsraum zwischen Rheinland und Ruhrgebiet gelegen, ist der Wohnungsmarkt in der Landeshauptstadt des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes NRW hochattraktiv. Wohnungen sind in der Wirtschaftsmetropole Düsseldorf ein stark nachgefragtes Gut.

Von mehr Transparenz profitieren alle: Die Bewohner wissen, in welchen Händen ihre Wohnung ist. Journalisten können mit den Informationen Missstände aufdecken. Auch für die Stadt ist es wichtig, zu wissen, wie das Eigentum verteilt ist. Bürger und Politiker können gezielter darüber streiten, wie ein erschwinglicher Wohnungsmarkt gestaltet werden kann.

Können sich neben Mietern auch Eigentümer beteiligen?

Außer den Mietern können sich natürlich auch die Eigentümer beteiligen und uns mitteilen, wo sie Wohnungen besitzen. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail an wemgehoertduesseldorf(at)rheinische-post.de. Unsere Absicht ist es keinesfalls Eigentümer an den Pranger stellen. Wir wollen nur die benennen, die fragwürdig handeln oder den Düsseldorfer Wohnungsmarkt wesentlich beeinflussen. Wir veröffentlichen daher auch nur Auswertungen der Daten, die relevant sind, um Missstände zu benennen.

Wollen wir Eigentümer bloßstellen?

Nein. Die Recherche zum Wohnungsmarkt in Düsseldorf ist ergebnisoffen. Wir greifen mit dieser Recherche nicht Privatpersonen und Firmen an, die Eigentum in Düsseldorf besitzen. Ganz im Gegenteil: Wir wollen sowohl mit Mietern als auch Eigentümern ins Gespräch kommen, ihre Meinungen und Ideen hören.

Uns interessieren in erster Linie zwei Fragen: Welche Eigentümer beeinflussen maßgeblich den Wohnungsmarkt und welche Eigentümer handeln fragwürdig? Die Daten, die wir hier mit Hilfe der Bürger sammeln, geben uns Anhaltspunkte für weitere Recherchen. Bei Veröffentlichungen werden wir die Namen von einzelnen Eigentümern nur nennen, wenn es ein berechtigtes öffentliches Interesse gibt. Bei der Rheinischen Post und bei Correctiv arbeiten erfahrene Journalisten, für die es selbstverständlich ist, sich an diese Vorgabe des Presserechts zu halten.

Wie kann ich mitmachen?

Sie können mitmachen, indem Sie sich über das Tool CrowdNewsroom an der Recherche beteiligen. Dazu beantworten Sie einige Fragen und laden Ihren Mietvertrag im Tool hoch.

Die zentrale Frage dabei ist: Wer ist der Eigentümer meiner Wohnung? Sind Sie selbst Eigentümer, können Sie uns die Frage leicht beantworten. Für die Mieter selbst ist die Antwort nicht so einfach.

Nicht selten ist der Vermieter im Mietvertrag nicht gleich der Eigentümer. Denn oft ist der Vertragspartner eine Hausverwaltung. In dem Fall wollen wir den Mietern helfen, den wahren Eigentümer herauszufinden.

Sie möchten sich nicht an der Recherche beteiligen? Das ist schade, aber Sie können uns auch auf andere Weise unterstützen: Erzählen Sie Ihren Freunden und Nachbarn von dem Projekt. Teilen Sie wem-gehoert-duesseldorf.de per E-Mail oder auf Facebook, Twitter oder Instagram. Wichtig ist, dass viele Bürger mitmachen: Je mehr sich beteiligen, desto mehr Schlüsse über den Wohnungsmarkt lassen sich ziehen.

Was machen wir mit den Daten?

Wir behandeln die Daten mit großer Sorgfalt. Wir werden keine Informationen veröffentlichen, die Rückschlüsse auf den Informationsgeber zulassen — es sei denn dieser erteilt nach Rückfrage seine Zustimmung.

Wir tragen alle öffentlich verfügbaren Daten zusammen und kombinieren diese mit den Einträgen, die Mieter und Eigentümer hochladen. Diese Daten werten wir intern aus.Später werden wir ausgewählte Daten veröffentlichen. Dabei liegt unser Fokus auf den großen Finanzinvestoren und den Organisationen, die fragwürdig handeln. Persönliche Daten sowie die Namen von Menschen, die nur wenige Immobilien besitzen, werden nicht veröffentlicht.

Aus den Daten können dann Geschichten über besonders problematische Investoren entstehen, aber auch Übersichtskarten mit den Eigentumsverhältnissen eines Stadtteils.

Was wir keinesfalls veröffentlichen, sind Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen oder andere private Dokumente, die Sie uns als Beleg für Ihren Eintrag zu einem Eigentümer anvertrauen.

Weitere Details finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Was passiert wann?

Ab dem 1. September informieren wir die Bürger über das Projekt und über das, was wir über den Wohnungsmarkt in Düsseldorf bereits wissen. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben möchten, melden Sie sich für unseren wöchentlichen Newsletter an.

Die Recherche der Düsseldorfer Bürger beginnt am 1. Oktober. Bis Ende November arbeiten wir mit Ihnen zusammen, um mehr über die Wohnungsinhaber zu erfahren. In dieser Zeit können Sie Informationen und Dokumente im CrowdNewsroom hochladen. Parallel dazu finden in dieser Zeit Diskussionsveranstaltungen und Mobile Redaktionen an verschiedenen Orten der Stadt statt, bei denen wir mit allen Seiten ins Gespräch kommen möchten.

Ab Dezember werten wir die gewonnen Daten aus, Ergebnisse werden dann ab Mitte Januar in der Rheinischen Post und auf RP Online veröffentlicht.

Wer sind wir?

“Wem gehört Düsseldorf?” ist ein gemeinsames Projekt der Rheinischen Post mit Correctiv. Die Rhei­ni­sche Post Medi­en­gruppe ist ein mit­tel­stän­di­sches Fami­li­en­un­ter­neh­men, das zahl­rei­che gedruckte und digi­tale Medien her­aus­gibt. Unsere Tages­zei­tun­gen errei­chen täg­lich rund zwei Mil­lio­nen Leser.RP Online ist eines der reich­wei­ten­stärks­ten Por­tale Deutsch­lands. Federführend bei der Arbeit für “Wem gehört Düsseldorf?” ist die Lokalredaktion Düsseldorf. Hier arbeiten Journalisten, die sich Tag für Tag mit den Themen auseinandersetzen, die für die Menschen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wichtig sind.

CORRECTIV ist das erste gemeinnützige Recherchezentrum in Deutschland. Correctiv arbeitet unabhängig und nicht gewinnorientiert. Die Redaktion finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge von Unterstützern. Wenn Sie mehr über Correctiv erfahren oder das Recherchezentrum unterstützen möchten, haben Sie hier die Möglichkeit: CORRECTIV unterstützen.

Wie können Sie uns kontaktieren?

Schreiben Sie uns eine E-Mail an wemgehoertduesseldorf(at)rheinische-post.de.

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